vögel

Vögel im Moor

Das eigentliche Hochmoor stellt aufgrund seiner nährstoffarmen, strukturell relativ einheitlichen Vegetation nur für wenige, hochspezialisierte Vogelarten einen geeigneten Lebensraum dar. Für die Avifauna ist daher weniger die Moorfläche allein von Bedeutung, sondern vor allem das Mosaik aus Moor, Feuchtwiesen, Übergangsbereichen, Gewässern und Randwäldern. Dieses vielfältige Landschaftsgefüge ist typisch für das mittlere Ennstal und bildet einen außergewöhnlich artenreichen Lebensraumkomplex.

Das mittlere Ennstal zählt zu den wichtigsten Brutgebieten für Vögel in der Steiermark. Insgesamt wurden hier über hundert Vogelarten als Brutvögel nachgewiesen, von denen rund ein Drittel auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Österreichs geführt wird. Dies unterstreicht die hohe naturschutzfachliche Bedeutung der Region, insbesondere für Arten offener und feuchter Kulturlandschaften, deren Lebensräume österreichweit stark zurückgegangen sind.

Im engeren Bereich des Pürgschachen Moores konnten auf einer Fläche von knapp 62 Hektar – einschließlich Moorfläche und Randwald – insgesamt 61 Vogelarten festgestellt werden. Davon sind 34 Arten als Brutvögel nachgewiesen. Erhebungen aus dem Jahr 2010 dokumentieren rund 150 Brutpaare, was für ein vergleichsweise kleines Gebiet eine hohe Dichte darstellt.

Zu den charakteristischen und teils gefährdeten Vogelarten des Gebietes zählen unter anderem der Wachtelkönig (Crex crex), der auf extensiv genutzte Feuchtwiesen angewiesen ist, der Eisvogel (Alcedo atthis) entlang der Gewässer, das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) als typischer Wiesenvogel sowie der Wasserwaldläufer (Tringa ochropus) als regelmäßiger Durchzügler. Diese Arten profitieren besonders von der naturnahen Bewirtschaftung und der hohen Strukturvielfalt des Gebietes.

Von österreichweiter Bedeutung ist insbesondere das Brutvorkommen des Wiesenpiepers (Anthus pratensis). Diese Art ist stark an feuchte, extensiv genutzte Wiesen gebunden und zählt zu den Verlierern der intensiven Landnutzung. Das Pürgschachen Moor stellt für den Wiesenpieper eines der wichtigsten Brutgebiete im Alpenraum dar.

Die Gesamtzahl von über 200 erfassten Brut- und Zugvogelarten im gesamten Europaschutzgebiet (ESG) 6 – Ennstal belegt die herausragende ornithologische Bedeutung der Region. Diese hohe Artenvielfalt, kombiniert mit dem regelmäßigen Vorkommen gefährdeter und europaweit relevanter Vogelarten, begründet die Ausweisung des Gebietes als Important Bird Area (IBA) und unterstreicht seine Rolle im internationalen Vogelschutz.

Europaschutzgebiet 6 (ESG 6)

Europaschutzgebiete dienen der Wahrung bzw. Wiederherstellung günstiger Erhaltungszustände der darin vorkommenden Arten und Lebensräume.

Die Vogelschutz-Richtlinie (Erhaltung wildlebender Vogelarten“), die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) und die Wasserrahmenrichtlinie der EU listet ebenfalls eine Reihe von Zielen auf, die vor allem das topogene Wasserregime des Moores betreffen.
Seit 22. Mai 2006 ist das ESG 6 für das Pürgschachen Moor gesetzlich verordnet.

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