
Die Libellen im Moor
Rund 17 nachgewiesene Libellenarten bevölkern das Pürgschachen Moor. Nach der Embryonalentwicklung im Ei leben sie mehrere Jahre als Larven und ernähren sich vor allem von Insektenlarven. Danach schlüpfen die Libellen (Iamgines) zwischen April und Juli, um sich fortzupflanzen und danach zu sterben. Eine weitere Besonderheit der Libellen sind die beiden großen Komplexaugen, die bis zu 30.000 Einzelaugen bestehen.
Libellen gehören zu den auffälligsten und zugleich wichtigsten Insekten im Pürgschachen Moor. Sie sind eng an Gewässer gebunden und benötigen sauberes, dauerhaft vorhandenes Wasser für ihre Entwicklung. Besonders die moortypischen Tümpel, Schlenken und wassergefüllten Torfmoospolster bieten ideale Lebensbedingungen für viele Libellenarten.
Der Großteil des Lebenszyklus einer Libelle spielt sich im Wasser ab. Die Larven leben oft mehrere Jahre im Moorgewässer, wo sie als Räuber andere kleine Wasserorganismen erbeuten. Erst als erwachsene Libellen verlassen sie das Wasser, um zu fliegen, zu jagen und sich fortzupflanzen. Intakte Wasserverhältnisse sind daher entscheidend für ihr Überleben.
Moore wie das Pürgschachen Moor bieten durch ihr kühles, nährstoffarmes und strukturreiches Gewässerangebot besondere Bedingungen, an die nur spezialisierte Libellenarten angepasst sind. Einige dieser Arten gelten als empfindlich gegenüber Veränderungen und reagieren schnell auf sinkende Wasserstände oder Nährstoffeinträge. Dadurch sind Libellen wichtige Zeigerarten für die ökologische Qualität eines Moores.
Als Räuber regulieren Libellen die Bestände anderer Insekten und sind gleichzeitig selbst Teil des Nahrungsnetzes. Ihre Präsenz zeigt, dass das Moor als Lebensraum funktioniert. Der Schutz des Pürgschachen Moores trägt somit auch zum Erhalt dieser faszinierenden Insekten und der biologischen Vielfalt insgesamt bei.
Blauflügel-Prachtlibelle
Körperlänge: 45 – 49 mm, Spannweite: 65 – 70 mm.
Die Flügel der Männchen sind vollständig blaugrün, die der Weibchen durchscheinend bräunlich bis kupfern gefärbt.
Frühe Adonislibelle oder auch Frühe Adonisjungfer
Körperlänge: 33 – 36 cm, Spannweite: 40 – 50 mm. Beide Geschlechter sind rot- schwarz gezeichnet. Auf dem Thorax befindet sich eine charakteristische, stark variierende schwarz-rote oder schwarz-gelbe Zeichnung.
Speer-Azurjungfer
Körperlänge: 31–33 mm, Länge der Hinterflügel: 16 – 22 mm. Männchen: blassblau bis türkis, Unterseite: grün. Weibchen: gelblichgrün ventral weißlich bestäubte heterochrome.
Gemeine Heidelibelle
Körperlänge: 35 – 40 mm , Spannweite: 50 – 65 mm.
Der Kopf, Thorax und der Hinterleib der Tiere sind beim Männchen rot, beim Weibchen eher bräunlich-gelbrot mit schwarzer Zeichnung gefärbt.
Kleine Moosjungfer
Körperlänge: 31 – 38 mm, Spannweite: 50 – 60
Reife Männchen sind blutrot und schwarz gefärbt. Bei den Weibchen sind die Dorsalflecken normalerweise alle weiß-gelb gefärbt.
Mehr dazu im Bericht über das Ramsar-Schutzgebiet
Europaschutzgebiet 6 (ESG 6)

Europaschutzgebiete dienen der Wahrung bzw. Wiederherstellung günstiger Erhaltungszustände der darin vorkommenden Arten und Lebensräume.
Die Vogelschutz-Richtlinie (Erhaltung wildlebender Vogelarten“), die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) und die Wasserrahmenrichtlinie der EU listet ebenfalls eine Reihe von Zielen auf, die vor allem das topogene Wasserregime des Moores betreffen.
Seit 22. Mai 2006 ist das ESG 6 für das Pürgschachen Moor gesetzlich verordnet.
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