Tiere & Pflanzen

Tiere & Pflanzen

Die Natur im Moor – vom Jahrtausende alten Torf bis zu Pflanzen und Tieren. Warum sie bedroht sind und wie wir ihnen helfen.
Moore in den Alpen sind meist kleine Flecken, kaum größer als ein-, zweihundert Meter im Durchmesser. Das Pürgschachen Moor und die angrenzenden Feuchtwiesen dagegen ziehen sich über einen Kilometer weit durchs Ennstal.
Den Großteil der Fläche bedeckt ein Hochmoor. Wie ein Uhrglas wölbt sich das Moor über die Umgebung. Bis über sieben Meter tief liegt hier Torf: Reste von Moosen, Gräsern und Bäumen.

Pflanzen

Am größten Teil des Moores wächst ein Buschwerk aus Latschen (Pinus mugo ). Den Boden darunter bedecken überall Torfmoose (Sphagnum sp. ).

Ein buntes Mosaik aus Torfmoosen – etwa ein Dutzend Arten, bildet das Zentrum des Moores: mit eher trockenen Hügeln, sogenannten Bulten, dazwischen feuchte Mulden, den Schlenken. Jeder Standort trägt spezielle Torfmoose mit ganz eigenen Ansprüchen. An trockenen Stellen finden sich auch Heidekrautgewächse wie die Besenheide (Calluna vulgaris ), die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus ) und die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum ).

Icon von einem grünen Stein mit Moos darauf (Made by Three musketeers)

Wollgras

Blühen sieht es kaum jemand: da ist März und oft liegt noch Schnee im Moor. Wenn aber die weißen wolligen Fruchtstände reifen, fällt es auf. Das Wollgras ist neben den Torfmoosen eine der wichtigsten Pflanzen im Hochmoor..

Icon von einem grünem Gras darauf (Made by Wildlife)

Torfmoos

Wo ein Hochmoor ist, sind auch Torfmoose. Wie ein Schwamm halten sie das Wasser fest. Nicht nur oben in den lebenden Blättern sondern auch unten im Boden, wo sich die abgestorbenen Pflanzenteile nur langsam zersetzen. Torfmoose können ihre Umgebung so sehr ansäuern, dass es nur mehr wenige Pflanzen neben ihnen aushalten.

Icon von einem grünem Gras darauf (Made by Fragneel)

Sonnentau

Der Rundblättrige Sonnentau lockt Insekten auf seine glitzernden Blätter. Klebriges Sekret hält die Tiere fest und hilft sie zu „verdauen“. Übrig bleibt der harte Chitinpanzer. Die Gemeinde Ardning trägt als Symbol fürs Moor einen blühenden Sonnentau im Wappen.

Tiere

Der Torfstecher sticht aus dem Moorboden bis 1,50 m Tiefe mit dem Grabscheit genau ausgemessene Torfziegel (Soden) und wirft sie mit einer Schaufel zur Seite. Je mehr Kubikmeter er sticht, desto mehr verdient er. Die Einleger – meist Frauen – bringen die Soden zur Trockenanlage. In diesen „Hütten“ aus Latten werden die Torfziegel geschlichtet. Eine Sode wiegt im feuchten Zustand 4 – 5 kg und trocknet in 3 bis 4 Wochen auf ein Gewicht von 0,5 bis 0,75 kg ein.

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Libellen

In und um das Pürgschachener Moor wurden 17 Libellenarten nachgewiesen. Darunter einige Moorspezialisten: Die Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) zum Beispiel ist am Moorrand häufig.
Die Larven dieser Libelle sind an überschwemmtes Torfmoos gebunden.
Mehr dazu im Bericht über das Ramsar-Schutzgebiet.

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Schmetterlinge

Jedes unserer Hochmoore ist einzigartig – auch was die Schmetterlinge betrifft. Die Artenzusammensetzung ist überall verschieden und auch die Rassen unterscheiden sich.
Karel Spitzer hat fünf Jahre lang die Schmetterlinge im Moor untersucht. 349 Arten haben er und seine Mitarbeiter gefunden.
Mehr Schmetterlings-Fotos unter anderem vom steirischen DI Heinz Habeler (www.schmetterlinge.at)

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Vögel

Das Hochmoor selbst ist nur für ganz wenige Vogelarten interessant. Dafür ist die Umgebung – das mittlere Ennstal – das Brutgebiet für über hundert Vogelarten. Ein Drittel davon steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Österreichs.
Hier leben so seltene Arten wie Flußregenpfeifer, Flußuferläufer und Waldwasserläufer.
Mehr darüber weiß Dr. Peter Sackl vom Steirischen Landesmuseum Joanneum

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