Tiere im Moor

Tiere im Moor

Das Pürgschachen Moor ist von einem Moorrandwald mit Hecken, Baumreihen und Auwäldern umgeben und ist für viele Tiere der ideale Lebensraum. Als Anzeiger für ein noch weitgehend intaktes Hochmoor gelten die Heuschrecken. Nur „Spezialisten“ wie der Sumpfgrashüpfer und die kurzflügelige Beißschrecke sind im Pürgschachen Moor heimisch.

Zwergspitzmaus
(Sorex minutus)
Sie ist eines der kleinsten landlebenden Säugetiere Europas mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 42 – 66 mm, einer Schwanzlänge von 35 – 46 mm und einem Gewicht von 2,6 – 5,9 g. Sie fressen vor allem Insekten und Larven und werden im Freiland max. 16 Monate alt. Ein Weibchen hat bis zu 3 Würfe im Jahr mit 2 – 8 Jungen, die bei ihrer Geburt nur 0,25 g wiegen. Sie sind regelrechte Vielfraße, da sie aufgrund ihrer hohen Stoffwechselrate täglich die doppelte Menge ihres Körpergewichtes an Nahrung zu sich nehmen müssen. Die Zwergspitzmaus besiedelt Feuchtwiesen, Moore und Mischwälder. 

Sumpfgrashüpfer
(Chorthippus montanus)
Er ist ausgesprochen feuchtigkeitsliebend und besiedelt dauerfeuchte bis nasse Lebensräume. Er misst zwischen 12,9 bis 16,0 mm (Männchen) bzw. 17,0 bis 22,0 mm (Weibchen). Die Grundfärbung ist meist einfärbig grün, gelblich oder braun, manchmal zweifärbig grün mit braunem Rücken.he3 – 16 mm, Weibchen 17 – 25 mm;

Kurzflügelige Beissschrecke
(Metrioptera Brachyptera)
Typische Färbung: in Brauntönen mit grünem Halsschild und teilweise grünen Flügeln. Erwachsene Tiere sind ab Juli bis in den Oktober hinein zu finden. Weibchen erreichen bis zu 18 mm Körperlänge, Männchen bis 12 mm.

Feldhase
Mit seinen langen Ohren, großen Augen, gutem Geruchssinn und langen Beinen ist er ein „Flucht-Tier“. Besonders wohl fühlt er sich in dem – durch traditionelle Landwirtschaft geschaffenen – kleinflächigen Mosaik aus Äckern, Wiesen, Feldrainen und Gehölzen.

Reh
Während des Sommerhalbjahrs lebt das Reh überwiegend einzeln oder in kleinen Gruppen, bestehend aus einer Ricke und ihren Kitzen, im Winter bilden sich Sprünge, die meist mehr als drei oder vier Tiere umfassen. Das Pürgschachen Moor bietet offene Flächen in der Weite des Hochmoores und Unterstände im Randwald.

Vögel
Das Hochmoor selbst ist nur für ganz wenige Vogelarten interessant. Dafür ist die Umgebung – das mittlere Ennstal – das Brutgebiet für über hundert Vogelarten. Ein Drittel davon steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Österreichs. 

Auf einer Fläche von knapp 62 ha (Moor und Randwald) konnten insgesamt 61 verschiedene Arten – davon 34 Brutvogelarten – festgestellt werden. Im Jahr 2010 gab es rund 150 Brutpaare im Pürgschachen Moor. Zu finden sind hier unter anderem Wachtelkönig, Eisvogel, Braunkehlchen, Wasserwaldläufer u.v.m. Österreichweit bedeutend ist das Brutvorkommen des Wiesenpiepers. Die Gesamtzahl erfasster Brut- und Zugvogelarten im gesamten ESG 6 von mehr als 200 Arten begründen seine Nennung als „important bird area“ (IBA).

Schmetterlinge
Jedes unserer Hochmoore ist einzigartig – auch was die Schmetterlinge betrifft. Die Artenzusammensetzung ist überall verschieden und auch die Rassen unterscheiden sich. Dr. Karel Spitzer vom Institute of Entomology konnte nach fünfjähriger Forschungstätigkeit rund 349 verschiedene Schmetterlingsarten im Pürgschachen Moor nachweisen.

Die Moor-Bunteule (Coranarta cordigera) gehört zur Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Sie fliegen im Mai und Juni. Die Weibchen legen die Eier einzeln an frei stehende Gewächse der Futterpflanze ab. Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Heidelbeerarten bevorzugen aber die Rauschbeere.
Der Hochmoorgelbling oder Zitronengelbe Heufalter (Colias palaeno) gehört zur Familie der Weißlinge (Pieridae). Die Raupe lebt nur an der Rauschbeere und ist damit zur Fortpflanzung an Moore gebunden, da die Pflanze nur dort wächst. Sie überwintert nach der zweiten Häutung an der Pflanze und verpuppen sich erst im nächsten Jahr.

Libellen
Rund 17 nachgewiesene Libellenarten bevölkern das Pürgschachen Moor. Nach der Embryonalentwicklung im Ei leben sie mehrere Jahre als Larven und ernähren sich vor allem von Insektenlarven. Danach schlüpfen die Libellen (Iamgines) zwischen April und Juli, um sich fortzupflanzen und danach zu sterben. Eine weitere Besonderheit der Libellen sind die beiden großen Komplexaugen, die bis zu 30.000 Einzelaugen bestehen.

Naturraummanagement im Lebensraum Moor

Das Naturraummanagement ist in Zonen eingeteilt. Zu unterscheiden sind:

  • Zonen mit jährlichen Maßnahmen (Grünland),
  • Zonen mit einmaligen Maßnahmen (hydrologische Renatuierung z.B. Einstau der Gräben) und
  • Zonen mit völligem Maßnahmenverzicht (Wald)


Das ökologische Mahdregime orientiert sich auch an den Richtlinien des „Ennstaler Spezialprogramms“ zur Erhaltung des Wachtelkönigs. Es dient somit auf der Verbesserung des Lebensraumes für andere Bodenbrüter. Aber auch Arten wie Feldhase oder Rehwild profitieren von der späteren Mahd, da keine Jungtiere durch Mähverluste zugrunde gehen. Zudem werden die Bestände wesentlicher Futterpflanzen von Schmetterlingen (zB. Wiesenknopf – Ameisenbläuling) gefördert. Viele andere Tiergruppen nutzen die Moorrandwiesen als Rückzugsraum, wenn alle anderen (Intensivgrünland-) Flächen des Talabschnittes nahezu gleichzeitig binnen weniger Tage abgeerntet werden. Auch die Anlage des Libellenteiches bedeuten eine wesentliche Lebensraumverbesserung. 

Weiters die hydrologische Sanierung mit Stauwerken, Verschluss von Drainagerohren und zuschütten von Gräben. Ziel dieser Maßnahmen ist die Stabilisierung und eventuelle Anhebung des hochmooreigenen Bodenwasserhaushaltes. Siehe Projekt Lebendes Moor 

Ziel der Renaturierung der Moorrandwälder ist die Entfernung künstlich eingebrachter Fichtenmonokulturen. Fichten stehen auf den Flächen der sog. Streifenpflugaufforstung und verbrauchen enorm viel Wasser und senken durch die Entwässerung der Gräben auch gleichzeitig den Bodenwasserstand. Weiteres Ziel ist die Erhaltung schützenswerter Naturwaldflächen durch kompletten Nutzungsverzicht. 

Nach oben scrollen